SHV konkret auf der therapro: „Handeln statt reden!“ – Geschlossenheit für eine starke Therapie

Unter dem Leitmotiv „Handeln statt reden!“ fand am 31. Januar 2026 die Podiumsdiskussion „SHV konkret“ auf der Fachmesse therapro in Stuttgart statt. Die Veranstaltung bot den Rahmen für den ersten gemeinsamen Auftritt des SHV-Vorstands im neuen Jahr. Einmal mehr untermauerte der Spitzenverband dabei seine geschlossene Haltung zu den drängenden Reformbedarfen der Branche.

In ihrer Eröffnungsrede setzte die neue SHV-Vorstandsvorsitzende Manuela Pintarelli-Rauschenbach (VPT) sogleich ein klares Zeichen für den Anspruch des Verbandes: „Die Versorgung von morgen gelingt nur mit therapeutischer Expertise – nicht am Rand, nicht nachgeordnet, sondern mittendrin“, betonte sie vor dem Fachpublikum. Das Podium wurde durch weitere Vorstände der SHV-Mitgliedsverbände komplettiert: Jeannette Polster (BV für Podologie), Dagmar Karrasch (dbl – die den dbl und den dbs vertrat), Ute Repschläger (IFK), Andreas Pfeiffer (DVE) und Markus Norys in Vertretung für Andrea Rädlein (Physio Deutschland) brachten die Positionen des SHV in die Runde ein. Der Ablauf der Veranstaltung folgte einer klaren Struktur: Nach den Eingangsstatements wurden die zentralen Forderungen erläutert, bevor Moderatorin Sabine Rieser die Runde für eine intensive Diskussion mit dem Publikum öffnete.

Gemeinsame Forderungen für eine zukunftsfeste Versorgung

In der inhaltlichen Auseinandersetzung wurde deutlich, dass der SHV geschlossen eine radikale Neuausrichtung der Versorgung einfordert. Die Basis hierfür bilden die aktuellen Kernbotschaften des Spitzenverbandes, die durch die verschärfte Finanzlage und den Fachkräftemangel eine neue Dringlichkeit erfahren haben. Ein zentraler Pfeiler kann dabei die von der Regierung geplante Etablierung einer modernen Primärversorgung sein: Heilmittelerbringende müssen als Partner auf Augenhöhe strukturell in das Primärteam integriert werden, um ihre diagnostische Kompetenz und die Nähe zum Patienten effizient zu nutzen. Damit einher geht die konsequente Forderung nach dem Direktzugang, der angesichts knapper Ressourcen eine ökonomische Notwendigkeit ist, um unnötige Arztkontakte zu vermeiden und die Wahlfreiheit der Patienten zu stärken, die ohne Umwege die passende Therapie erhalten müssen.

Diese Autonomie muss durch eine intensivierte interprofessionelle Zusammenarbeit flankiert werden, bei der der fachliche Austausch finanziell und strukturell abgesichert ist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prävention und Gesundheitsförderung: Der SHV fordert, die Expertise der Therapeuten stärker präventiv zu nutzen, um chronischen Erkrankungen vorzubeugen und das System langfristig zu entlasten. Auch im Bereich der Modernisierung fordert der Verband Taten statt Worte: Digitalisierung muss u.a. durch die elektronische Verordnung zu einer echten Entlastung führen und darf nicht nur analoge Prozesse kopieren. Damit eng verknüpft ist der dringende Abbau von Bürokratie: Therapeuten müssen von praxisfremden Aufgaben wie dem Zuzahlungseinzug befreit werden, damit die knappe Fachkraftzeit wieder vollständig der Patientenversorgung zugutekommt.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Fachpublikum kamen auch die praktische Umsetzung der Blankoverordnung und die notwendige Reform der Berufsgesetze zur Sprache.

Hier finden Sie alle Forderungen im Detail: Kernbotschaften des SHV zum Therapiegipfel

Trotz der aktuellen Herausforderungen in einer von Fachkräftemangel und mangelnden finanziellen Ressourcen geprägten Gesundheitsversorgung blicken die SHV-Vorstände entschlossen nach vorne. In ihrem Abschlusskommentar zitierte Moderatorin Sabine Rieser den Stellvertretenden Vorsitzenden der AOK Rheinland/Hamburg, Matthias Mohrmann, mit den Worten: „Wir haben das Versorgungssystem geschaffen. Wir können es auch ändern.“

Ein motivierender, tatkräftiger Gedanke, der an dieser Stelle gut gewählt ist, denn er fasst die Kernbotschaft der Veranstaltung perfekt zusammen: Es ist Zeit für Änderungen – ganz im Sinne des Tagesmottos: Handeln statt reden!

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